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Sauberes Trinkwasser ist die Grundlage unserer Existenz und wird durch Trinkwasser-Grenzwerte strengsten überwacht. Denn bereits kleinere Mengen von Schadstoffen, die über die Natur, die Landwirtschaft oder veraltete Rohre an das Wasser abgegeben werden, können gesundheitliche Schäden nach sich ziehen und das Trinkwasser für die häusliche Nutzung ungeeignet machen. Doch wie genau wird die hohe Qualität unseres Trinkwassers sichergestellt und welche Grenzwerte werden für die Überwachung herangezogen? Bei uns erfahren Sie, welche Trinkwasser-Grenzwerte berücksichtigt werden und wieso Sie Ihr Trinkwasser Zuhause durch eine Umkehrosmoseanlage filtern sollten!

Wo finden sich die Grenzwerte für Trinkwasser?

In Deutschland gibt es eine Reihe an Grenzwerten, die unser sauberes Trinkwasser sichern sollen. Die Grenzwerte für das Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung geregelt, die vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit der Zustimmung des Bundesrates erlassen wurde.

Was regelt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

Trinkwasser-Grenzwerte in Wasserwerken

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) setzt bestimmte Grundanforderungen voraus, die als Pflichten der Versorgungsunternehmen und Überwachungsbehörden zu verstehen sind. Das bereitgestellte Trinkwasser sollte demnach keine Krankheitserreger oder Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten und sowohl rein als auch genusstauglich sein. Ziel der TrinkwV-Grenzwerte ist es, das deutsche Trinkwasser zu einem sicheren und sauberen Lebensmittel zu machen, das für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich ist und durch das keine gesundheitlichen Risiken befürchtet werden müssen. Dazu stellt die Trinkwasserverordnung, die erstmals 2001 in Kraft getreten ist, chemische, mikrobiologische und radiologische Anforderungen an die Qualität des Wassers.

Anforderungen an chemische Inhaltsstoffe

Die Verwendung von Chemikalien in Textilien, Industrie und Landwirtschaft nehmen weiter zu. Eine echte Herausforderung für Kläranlagen, denn jährlich verursachen allein private Haushalte 735.000 Tonnen Chemikalien durch Waschmittel, Reinigungsmittel, Körperpflegemittel und Kosmetikprodukte. Und auch Arzneimittelreste mit 8.100 Tonnen und knapp 118.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel leisten Ihren Beitrag zu unserem stark verschmutzen Grundwasser.

Viele dieser Chemikalien gelangen nämlich durch das Abwasser in unserem Grundwasser, wo sie durch Kläranlagen aufwendig gereinigt und aufbereitet werden müssen. Diese ganzen chemischen Substanzen wie Chlor, Aluminium, Kupfer, Natrium, Nickel und Nitrat im Wasser wieder herauszufiltern, ist nur in Teilen möglich, sodass 20 – 30 % der chemischen Rückstände im Wasser enthalten bleiben, das stellte das Bundesumweltamt heraus.

Graphik zu Ursachen von Mikroverunreinigungen

Quelle: Infografik Die Welt

Anforderungen an mikrobiologische Inhaltsstoffe

Ähnlich verhält es sich auch mit mikrobiologischen Inhaltsstoffen. Um sicherzustellen, dass das Trinkwasser nach seiner Aufbereitung kein Gesundheitsrisiko mehr für Konsumenten darstellt, werden deshalb Trinkwasser-Grenzwerte für die einzelnen Parameter festgesetzt. Diese regeln, dass nach der Aufbereitung nur noch gesundheitlich unbedenkliche Konzentrationen im Trinkwasser zurückbleiben.

Zu den mikrobiologischen Substanzen zählen E. coli-Bakterien, Enterokokken und coliforme Bakterien. Werden diese im Trinkwasser nachgewiesen, handelt es sich um eine nachweisliche Wasserverunreinigung durch Fäkalien. Durch den Konsum des verunreinigten Trinkwassers kann es zu Durchfall und Lungenentzündungen kommen. Durch Legionellen verschmutztes Wasser können die Atemwege infizieren und Fieber verursachen. Die Folgeerkrankungen können für die Betroffenen lebensbedrohlich sein. Deshalb darf die maximale Konzentration an mikrobiologischen Inhaltsstoffen einen Trinkwasser-Grenzwert von 100 KbE pro 100 ml nicht übersteigen.

Anforderungen an radiologische Inhaltsstoffe

Die radiologischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) befassen sich mit der Belastung des Trinkwassers durch natürliche und künstliche radioaktive Stoffe wie Uran, Radon und Tritium. Der Trinkwasser-Grenzwert für Uran liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Die Strahlenbelastung durch radioaktive Stoffe im Trinkwasser ist in Deutschland sehr gering und dient dem Vorsorgeprinzip.

Wie werden Grenzwerte für das deutsche Trinkwasser festgelegt?

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird für die Festsetzung der Trinkwasser-Grenzwerte auf wissenschaftliche Befunde aus Tierversuchen und Hochrechnungen zurückgegriffen, die die Verträglichkeit einzelner Schadstoffe erprobt. Dazu werden meist Ratten über einen längeren Zeitraum unterschiedlich hohen Konzentrationen von Schadstoffen ausgesetzt. Das Ende der Testreihe liefert Forschern anschließend den sogenannten NOEL-Wert (No-Effect-Level), der sich aus dem Ergebnis der Tierversuche dividiert durch den Sicherheitsfaktor 100 ergibt. Aus diesem NOEL-Wert wird dann ein ADI-Wert ermittelt, der die erlaubte tägliche Höchstaufnahmemenge einzelner Schadstoffe regelt.

Welche TrinkwV-Grenzwerte sind wichtig?

Wissenschaftliche Festlegung der Trinkwasser-Grenzwerte: Junge Wissenschaftlerin untersucht Proben mithilfe eines Mikroskops

Einige Schwermetalle wie Magnesium, Zink und Eisen sind wichtige Mineralstofflieferanten und für verschiedene Funktionen im Körper wichtig. Andere hingegen, Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Chrom, Arsen und Nickel sind in zu hoher Konzentration für den menschlichen Körper giftig und können dem Nervensystem, der Bauchspeicheldrüse, den Nieren und der Leber schaden. Aber auch Bluthochdruck, Darmbeschwerden und Schilddrüsenerkrankungen können die Folgen einer Schwermetall-Vergiftung sein.

Auch wenn einige Schwermetalle positiv sind, schreibt die Trinkwasserverordnung Grenzwerte für Eisen und Mangan im Trinkwasser vor. Das hat allerdings den Hintergrund, dass eine zu hohe Konzentration der Substanzen zu einer bräunlichen Färbung und geschmacklichen Beeinträchtigung des Trinkwassers führt und damit gegen die Anforderung der Genusstauglichkeit verstößt.

Andere wichtige in der Trinkwasserverordnung geregelten Grenzwerte sind Nitrat, E. coli und Uran. Nitrat ist als solches unbedenklich für den menschlichen Körper. Wandelt sich Nitrat allerdings in Nitrit um, kann das schwerwiegende Folgen haben. Vor allem für Säuglinge kann ein zu hoher Nitratgehalt im Trinkwasser zu einer Zyanose führen.

Trinkwasser-Grenzwerte-Tabelle

Parameter Trinkwasserverordnung Grenzwerte
Aluminium 0,2 mg/l
Arsen 0,01 mg/l
Blei 0,010 mg/l
Cadmium 0,003 mg/l
Chlorid 250 mg/l
Chrom 0,050 mg/l
E. coli 0/100 ml
Enterokokken 0/100 ml
Eisen 0,2 mg/l
Fluorid 1,5 mg/l
Kupfer 2 mg/l
Legionella 100/100 ml
Mangan 0,05 mg/l
Nickel 0,02 mg/l
Nitrat 50 mg/l
Nitrit 0,5 mg/l
Pflanzenschutzmittel 0,0005 mg/l
Quecksilber 0,001 mg/l
Radon 100 Bq/l
Tritium 100 Bq/l
Uran 0,010 mg/l

Was passiert bei Grenzwert-Überschreitungen

Wird eine Grenzwert-Überschreitung festgestellt, wird zunächst die Ursache ermittelt. Handelt es sich bei der Überschreitung um eine Gefahr für die Gesundheit, wird das Gesundheitsamt sofort tätig. Ob ein Gesundheitsrisiko besteht, hängt dabei vom überschrittenen Parameter sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung ab. Handelt es sich um eine kurzfristig hinnehmbare Verunreinigung ohne großes Risiko für die Gesundheit, wird vorrangig die Beseitigung der Ursache priorisiert.

Kritik an Trinkwasser-Grenzwerten

Kritik an Trinkwasser-Grenzwerten

Überwacht werden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung durch das Gesundheitsamt. Die Trinkwasserqualität in Deutschland wird dabei als sehr gut beschrieben. Selten werden Stoffe oder Mikroorganismen in bedenklichen Konzentrationen im Wasser nachgewiesen. Das ist bekannt und soll die Bevölkerung beruhigen. Doch nicht für alle Stoffe in unserem Trinkwasser gibt es aktuell schon Grenzwerte.

Fehlende Trinkwasser-Grenzwerte für Medikamentenrückstände

In Deutschland gibt es um die 3.000 Medikamente, die sich in kleineren Konzentrationen auch in unserem Grundwasser nachweisen lassen. Denn Arzneirückstände wie Antibiotika, Schmerzmittel und Hormone der Antibabypille werden im Körper nicht vollständig zersetzt und über den Urin ausgeschieden. Von hier aus gelangen die Arzneirückstände tonnenweise in Böden und Gewässer, wo sie durch Kläranlagen nicht ausreichend aus dem Wasser gefiltert werden können. Das Resultat: zwischen 0,1 und 1 Mikrogramm nachweisliche Medikamentenrückstände in unserem Trinkwasser.

Nitrat-Grenzwert für Trinkwasser deutlich zu hoch

Auch über den Trinkwasser-Grenzwert für Nitrat wird hitzig diskutiert. Neben seiner Gefahr für Säuglinge werden auch Stimmen zu einem Zusammenhang zwischen dem langfristigen Nitratkonsum und einem erhöhten Krebsrisiko laut und fordern eine Herabsetzung des deutlich zu hohen Nitrat-Grenzwertes. Der durchgeführte Tierversuch zeige sogar, dass der Risikoanstieg bereits weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 50 mg/l beginnt und der Grenzwert auf Basis der Vermeidung von Akut-Toxizität bestimmt wurde und keine Folge der Langzeitexposition berücksichtige.

Fazit zu Trinkwasser-Grenzwerten

Neben vorgeschriebenen Grenzwerten der Trinkwasserverordnung befinden sich noch viele weitere Schadstoffe in unserem Grundwasser, auf die erst gar nicht geprüft werden. Ein Beispiel stellen Medikamentenrückstände dar, die jetzt auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMA) auf den Plan gerufen haben. Diese beauftragten das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Ermittlung von Handlungsempfehlungen zur Minimierung des Ertrags von Humanarzneimitteln in das Rohwasser (MinimEHR). Inwieweit die geplanten Maßnahmen zu einer Reduktion der Medikamentenrückstände führen, bleibt abzuwarten. Andernfalls müsste die Regierung teuer nachrüsten, um die Stoffe aufwendig über eine vierte Reinigungsstufe durch die Kläranlagen filtern zu lassen.

Das können Sie tun, um sich zu schützen

Wenn Sie nicht so lange mit der Reinigung Ihres Leitungswassers warten möchten und auch Flaschenwasser keine nachhaltige Alternative für Sie ist, empfehlen wir Ihnen den Einbau einer Umkehrosmoseanlage. Diese filtert nicht nur Medikamentenrückstände aus Ihrem Trinkwasser heraus, auch andere Schad- und Begleitstoffe wie Schwermetalle, Mikroplastik, Nitrat, Bakterien und Keime werden aus Ihrem Leitungswasser gefiltert. Unsere Osmoseanlagen haben außerdem eine kurze Amortisationszeit. Ein Plus für Ihre Gesundheit und Ihre Brieftasche. So schützen Sie sich und Ihre Familie vor fehlenden Trinkwasser-Grenzwerten!