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Studie enthüllt: PFAS-Pestizide und TFA (Trifluoracetat) im Trinkwasser

Kurz & Knapp – TL;DR
  • TFA (Trifluoracetat) gilt als größte bekannte flächendeckende Wasserkontamination durch eine menschgemachte Chemikalie; besonders betroffen sind unter anderem Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
  • In über 98 % der untersuchten Wasserproben waren PFAS nachweisbar, 79 % lagen über dem vorgeschlagenen Grenzwert von 500 ng/L für „PFAS gesamt“ (PAN Europe, 2024).
  • Die durchschnittliche TFA-Belastung lag bei 1.180 ng/L, der höchste gemessene Wert bei 3.300 ng/L (PAN Europe, 2024). TFA wird vor allem mit PFAS-haltigen Pestiziden in Verbindung gebracht.
  • TFA ist laut EU-Chemikalienbehörde ECHA sehr persistent, mobil und toxisch und daher auch schwer für Wasserwerke zu entfernen.
  • Herkömmliche Wasseraufbereitungsverfahren wie Aktivkohle, Ozonung oder Chlorung gelten bei TFA als praktisch unwirksam. Als wirksame Option zur Reduktion wird vor allem die Umkehrosmose genannt, wie sie bei den WellBlue Osmoseanlagen zur Anwendung kommt (TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser 2025).
  • Zu den möglichen negativen Folgen von TFA zählen Schäden für das ungeborene Kind, eine mögliche Verringerung der Fruchtbarkeit sowie mögliche Beeinträchtigungen von Schilddrüse und Leber (ECHA, Juni 2026).
  • PFAS-Pestizide könnten allein in Deutschland jährlich bis zu 434 Tonnen TFA freisetzen (Umweltbundesamt – UBA)

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel, doch seine Qualität ist zunehmend gefährdet. Eine aktuelle Studie aus Februar 2024 zeigt, dass das Trinkwasser in vielen Teilen Europas, darunter auch Deutschland, mit PFAS und TFA (Trifluoracetat) belastet ist. Die im Oberflächen- und Grundwasser gefundenen TFA-Werte stellen die größte bekannte flächendeckende Wasserkontamination durch eine menschgemachte Chemikalie dar. Besonders betroffen sind die Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Doch was sind diese Chemikalien, wie gelangen sie ins Wasser, und was bedeuten sie für unsere Gesundheit?

Was sind PFAS und TFA?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Gemeint ist keine einzelne Chemikalie, sondern eine große Stoffgruppe sehr langlebiger fluorierter Verbindungen. Sie werden oder wurden unter anderem in Beschichtungen, Textilien, Feuerlöschschäumen, Industrieanwendungen, bestimmten Pestiziden und weiteren Spezialprodukten eingesetzt. Problematisch ist vor allem, dass viele PFAS in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich deshalb über Wasser, Böden und Nahrungsketten verbreiten können.

TFA steht je nach Zusammenhang für Trifluoressigsäure oder Trifluoracetat. Chemisch betrachtet ist Trifluoressigsäure die Säureform, Trifluoracetat die dazugehörige Salz- bzw. Ionenform, die im Wasser besonders relevant ist. Deshalb werden beide Begriffe oft gemeinsam verwendet. Vereinfacht gesagt: In Umwelt- und Trinkwasseranalysen ist meist das gut wasserlösliche Trifluoracetat gemeint, während Behörden und Chemikalienrecht häufig von Trifluoressigsäure (TFA) sprechen. TFA zählt zur PFAS-Stoffgruppe und entsteht unter anderem als sehr langlebiges Abbauprodukt bestimmter PFAS-haltiger Pestizide, fluorierter Chemikalien und Kälte- bzw. Treibmittel. Gerade weil TFA sehr mobil ist und sich kaum abbaut, gilt es als besonders relevant für Grundwasser, Oberflächengewässer und Trinkwasserressourcen.

Warum nutzt man überhaupt PFAS-Pestizide?

PFAS werden in Pestiziden verwendet, weil ihre chemischen Eigenschaften bestimmte Vorteile bieten. PFAS sind extrem stabil, wasser- und fettabweisend sowie widerstandsfähig gegen Hitze und Chemikalien. Diese Eigenschaften machen sie für Pestizide attraktiv, da sie helfen können, die Wirksamkeit des Pestizids zu verlängern, indem sie es gleichmäßiger verteilen, besser an Oberflächen haften und länger aktiv bleiben, selbst unter widrigen Umweltbedingungen wie Regen oder UV-Strahlung. Allerdings stellt ihre Umweltpersistenz auch ein großes Problem dar, da PFAS sich nur sehr langsam über mehrere Jahrhunderte abbauen.

Wie gelangen PFAS und TFA ins Trinkwasser?


PFAS und TFA gelangen über verschiedene Eintragspfade in den Wasserkreislauf. Nach Untersuchungen und Modellierungen des Umweltbundesamtes zählt die Landwirtschaft dabei zu den besonders relevanten Quellen: Das potenzielle Eintragspotenzial aus PFAS-Pestiziden liegt bei rund 434 Tonnen, während für TFA-Einträge über Niederschläge etwa 96 Tonnen angesetzt werden. Damit ist die emissionsrelevante Masse aus Pestizidanwendungen rund 4,5-mal höher als der direkte Eintrag über Niederschläge.

Trotzdem sind Niederschläge ein wichtiger Eintragspfad. TFA gelangt dabei nicht deshalb in den Regen, weil es in großem Umfang aus Gewässern verdunstet. Entscheidend ist vielmehr, dass vom Menschen freigesetzte Vorläuferstoffe, etwa aus bestimmten Kälte- und Treibmitteln, Industrieprozessen oder technischen Anwendungen, in die Atmosphäre gelangen. Dort können sie chemisch zu TFA abgebaut werden. Da TFA sehr wasserlöslich und langlebig ist, wird es anschließend mit Regen, Schnee oder feuchter Luft ausgewaschen und auf Böden, landwirtschaftliche Flächen, Straßen und Gewässer eingetragen.

Von dort aus können PFAS und TFA über Oberflächenabfluss, Versickerung, Drainagen, Kläranlagenabläufe und belastete Böden in Flüsse, Seen und das Grundwasser gelangen. Das UBA kommt zudem zu dem Ergebnis, dass in 303 von 401 Landkreisen in Deutschland, also rund 76 %, Pestizide die wichtigste Quelle für TFA im Grundwasser darstellen. In 51 Landkreisen dominieren Niederschläge, in 38 Landkreisen Kläranlagen und in 9 Landkreisen industrielle Einträge.

Kurz gesagt: TFA im Trinkwasser ist überwiegend menschengemacht, auch wenn es häufig über natürliche Transportwege wie Regen, Versickerung und Flüsse in die Trinkwasserressourcen gelangt.

Wie kann man PFAS und TFA filtern?

Trifluoracetat (TFA) ist äußerst mobil und schwer aus dem Wasser zu entfernen, da herkömmliche Aufbereitungsmethoden wie Aktivkohle, Ozonung oder Chlorung nicht ausreichen. Einmal in den Wasserkreislauf gelangt, sind sie extrem schwer zu entfernen und können sich in bestimmten Umweltkompartimenten anreichern. Osmoseanlagen von WellBlue können TFA filtern und sind eine der wenigen bewährten Mittel gegen diese Chemikalie. Zu dieser Erkenntnis kommt auch das TZW (DVGW-Technologiezentrum Wasser).

Ergebnisse der aktuellen Studie

Die Studie des Europäischen Pestizid-Aktions-Netzwerks (PAN Europe) ergab, dass in über 98 Prozent der untersuchten Wasserproben PFAS nachweisbar waren, wobei die Hauptquelle der PFAS-Belastung das terminale Abbauprodukt Trifluoracetat (TFA) aus PFAS-Pestiziden darstellt. Auffällig war, dass 79 Prozent der Proben TFA-Werte aufwiesen, die über dem von der EU-Trinkwasserrichtlinie vorgeschlagenen Grenzwert von 500 ng/L für „PFAS gesamt“ lagen.

Zudem wiesen die Proben eine TFA-Belastung von durchschnittlich 1.180 ng/L auf, mit einem Maximum von 3.300 ng/L, was auf eine flächendeckende Wasserkontamination durch diese persistenten Chemikalien hindeutet.

Besonders alarmierend ist, dass keine der 23 analysierten PFAS in dieser Studie den EU-Grenzwert für einzelne PFAS überschritten hat, was auf eine Unterschätzung des Gefährdungspotenzials hinweist. Dies verdeutlicht, dass die bisherige Regulierung, die sich auf einzelne Stoffe konzentriert, nicht ausreichend ist, um die Gesamtexposition durch die Vielzahl an PFAS-Verbindungen abzubilden.

Das Ergebnis zeigt, dass PFAS-Pestizide die Hauptquelle der Wasserverschmutzung durch TFA sind, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Gesundheitliche Risiken von TFA und PFAS

Studien deuten darauf hin, dass TFA und andere PFAS erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. TFA wurde in Tierversuchen mit schweren Missbildungen bei Föten in Verbindung gebracht und gilt als vermutlich reproduktionstoxisch. Die Europäische Umweltagentur (EEA) stuft viele PFAS zudem als mittel- bis hochtoxisch ein, besonders in Bezug auf die Entwicklung von Kindern. Für viele PFAS sind die toxischen Auswirkungen auf Menschen noch nicht ausreichend erforscht, doch die neusten Studien geben Anlass zur Besorgnis.

So hat man z.B. auch herausgefunden, dass PFAS im Blut aller Kinder nachgewiesen werden kann, die diese bereits als Säuglinge über die Muttermilch aufnehmen. Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes fand bei 20 Prozent der getesteten Kinder und Jugendlichen PFAS-Konzentrationen im Blut, die potenziell schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben könnten. Zu den möglichen Erkrankungen zählen Schilddrüsenerkrankungen, Leberschäden, Diabetes, Brust-, Nieren- und Hodenkrebs sowie eine reduzierte Wirksamkeit von Routineimpfungen.

Die EU-Chemikalienbehörde ECHA hat TFA (Trifluoracetat / Trifluoressigsäure) im Juni 2026 deutlich kritischer bewertet. Der Risikobewertungsausschuss der Behörde stufte TFA als reproduktionstoxisch Kategorie 1B ein. Das bedeutet: Der Stoff kann nach dieser Einstufung das ungeborene Kind schädigen und steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Zusätzlich wurde TFA als PMT und vPvM eingeordnet. Diese Abkürzungen stehen für persistent, mobil und toxisch beziehungsweise sehr persistent und sehr mobil. Praktisch heißt das: TFA wird in der Umwelt kaum abgebaut, kann sich besonders leicht im Wasserkreislauf ausbreiten und ist dadurch für Trinkwasserressourcen schwer kontrollierbar.

Forderungen nach strengeren Regelungen

Die Studie fordert eine sofortige Überprüfung und den Widerruf der Zulassungen von PFAS-haltigen Pestiziden. Die EU sollte strengere Grenzwerte für PFAS und TFA im Trinkwasser festlegen. Nur durch gesetzliche Regelungen und die Förderung umweltfreundlicher Alternativen kann eine weitere Verschmutzung verhindert werden.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 sieht in der neuen Einstufung von TFA einen Wendepunkt für die Zulassung von PFAS-Pestiziden. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei Global 2000, erklärte: „Heute ist ein Wendepunkt. Die EU bestätigt: TFA ist keine harmlose Umweltverunreinigung, sondern eine Ewigkeitschemikalie mit schwerwiegenden Gefahreneigenschaften, die sich dauerhaft in der Umwelt anreichert.“

Aus Sicht der Organisation hat diese Bewertung direkte Folgen für alle PFAS-Pestizide, die TFA freisetzen können. Burtscher-Schaden verweist dabei auf die EU-Pestizidverordnung: „Die entscheidende wissenschaftliche Frage ist mit der veröffentlichten Entscheidung der EU-Chemikalienagentur geklärt. Folglich erfüllen PFAS-Pestizide, die TFA freisetzen, die Zulassungsvoraussetzungen nicht.“

Gestützt wird diese Einschätzung durch ein Rechtsgutachten des Innsbrucker Europarechtlers Peter Hilpold, das Global 2000 in Auftrag gegeben hat. Demnach schließt die EU-Pestizidverordnung fortpflanzungsgefährdende Stoffe der Kategorie 1B grundsätzlich von der Genehmigung aus. Entscheidend ist dabei: Dieses Ausschlusskriterium kann laut Gutachten auch dann greifen, wenn nicht der Pestizidwirkstoff selbst, sondern ein relevantes Abbauprodukt diese Eigenschaft besitzt.

Für Deutschland ist die Debatte besonders relevant. Nach Angaben des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) gelten PFAS-Pestizide als wichtigste Quelle der TFA-Belastung im Grundwasser. Potenziell könnten allein in Deutschland jährlich bis zu 434 Tonnen TFA durch solche Mittel freigesetzt werden. Diese Größenordnung erhöht den Druck auf die zuständigen Behörden und die Europäische Kommission, bestehende Zulassungen nicht nur neu zu bewerten, sondern bei fehlenden Voraussetzungen auch zu widerrufen.

Global 2000 fordert deshalb, die Zulassungen aller TFA-freisetzenden PFAS-Pestizide unverzüglich zu überprüfen und die notwendigen regulatorischen Konsequenzen zu ziehen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr nur, wie gefährlich TFA im Einzelnen ist, sondern ob bestimmte Pestizide unter den geltenden EU-Regeln überhaupt noch zugelassen bleiben dürfen.

Lösungen: Wie können wir uns schützen?

Um die Belastung durch PFAS und TFA zu reduzieren, sind moderne Wasseraufbereitungstechnologien erforderlich. Osmoseanlagen sind eine bewährte Methode für Privatleute und Unternehmen, um diese und andere Schadstoffe aus dem Trinkwasser zu entfernen.

Die Umkehrosmose (Reverse Osmosis, RO) kann bis zu 99,9 % dieser Schadstoffe beseitigen, da ihr Filtersystem in der Lage ist, selbst kleinste Moleküle und gelöste Partikel zu entfernen (Filtrationsgenauigkeit von 0,0001 – 0,001 Mikron). Dank der feinen Membranen der RO-Technologie werden auch besonders stabile und schwer abbaubare Verbindungen wie PFAS und TFA effektiv herausgefiltert.

Fazit

Die Ergebnisse der Studie aus 2024 zeigen klar: PFAS und TFA stellen eine zunehmende Bedrohung für die Trinkwasserqualität dar. Strenge gesetzliche Maßnahmen sind notwendig, um die Bevölkerung zu schützen. Lassen Sie sich von unseren DGUV & BGN zertifizierten Experten kostenlos & unverbindlich beraten, wie unsere Osmoseanlagen PFAS und TFA aus Ihrem Trinkwasser filtern können.

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