- Deutsche Studie: Glasflaschen enthielten im Schnitt 6.300, in der Spitze sogar 35.400 Partikel/L.
- Große Spanne bei Mehrweg-PET: Die Messwerte reichten von 425 bis 27.574 Partikeln/L.
- US-Studie: Im Schnitt 240.000 Partikel/L im Flaschenwasser – rund 90 % davon Nanoplastik.
- Ursachen im Mehrwegkreislauf: Vor allem industrielle Waschlauge sowie Abrieb an Verschlüssen.
- Gefäßstudie: Plastik in Arterien war mit einem rund 4,5-mal so hohen Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod verbunden (HR 4,53).
- WellBlue Umkehrosmose: Filtration bis 0,1 nm schützt vor Mikro- und Nanoplastik – ohne Kistenschleppen & Pfandchaos.
Wer beim Trinken ganz bewusst auf Plastik verzichten möchte, greift im Getränkemarkt meist gezielt zu Glasflaschen. Schließlich gilt Glas traditionell als die reinere und hochwertigere Verpackung. Umso größer war das Erstaunen, als eine deutsche Mineralwasserstudie in einer Glasflasche hochgerechnet rund 35.400 Mikroplastikpartikel pro Liter nachwies – deutlich mehr als in den meisten getesteten PET-Flaschen. Gleichzeitig sorgte eine US-Studie für Aufsehen, die im Flaschenwasser durchschnittlich sogar 240.000 Kunststoffpartikel pro Liter zählte. Wie können sich diese Zahlen so drastisch unterscheiden und wie gelangt das Plastik überhaupt ins Glas?
Die Antwort liegt zum einen in der Messtechnik: Frühere deutsche Untersuchungen erfassten Partikel ab etwa einem Mikrometer (0,001 Millimeter). Die US-Forscher nutzten modernste Lasertechnik und machten erstmals auch winziges Nanoplastik bis hinab zu 100 Nanometern sichtbar. Ältere Messwerte zeigten somit nur die Spitze des Eisbergs. Zum anderen spielt der Weg des Wassers in die Flasche eine entscheidende Rolle: Vor allem industrielle Reinigungsprozesse bei Mehrwegflaschen, mechanischer Abrieb von Deckeln sowie die Abfüllung bringen Kunststoffpartikel ins Wasser. Doch bevor wir uns im Detail ansehen, wie Flaschen gereinigt und befüllt werden: Welche gesundheitlichen Risiken gehen von den winzigen Kunststoffpartikeln im Trinkwasser überhaupt aus?

Mikro- und Nanoplastik im Körper: Welche Gesundheitsrisiken zeigen Studien?
Die Partikelgröße entscheidet nicht nur darüber, wie leicht Kunststoffe in Messungen auffallen – sie bestimmt vor allem, ob sie natürliche Schutzbarrieren des Körpers überwinden können. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können Partikel unter 150 Mikrometern grundsätzlich die Darmwand passieren. Für eine tiefere Verteilung über den Blutkreislauf in Organe und Gewebe kommen insbesondere Partikel unter 1,5 Mikrometern sowie Nanoplastik infrage. Damit rückt genau der ultrafeine Größenbereich in den Fokus, den viele ältere Wasseranalysen technisch noch gar nicht erfassen konnten.
Welche gravierenden Folgen das haben kann, verdeutlicht eine wegweisende Studie im New England Journal of Medicine (2024) unter der Leitung von Dr. Raffaele Marfella. Das Forscherteam untersuchte arterielle Plaques (Gefäßablagerungen), die bei 257 Patienten operativ aus den Halsschlagadern entfernt wurden. Bei 150 Patienten (rund 58 %) wiesen die Mediziner mikroskopische Kunststoffpartikel nach – überwiegend Polyethylen (PE) und PVC. Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigten die winzigen Partikel direkt in den Entzündungszellen der Gefäßablagerungen.
Die anschließende Verlaufsbeobachtung über knapp drei Jahre lieferte ein alarmierendes Ergebnis: Die Untersuchung zeigte: Patienten mit Mikro- und Nanoplastik in ihren arteriellen Ablagerungen hatten ein deutlich höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder zu sterben. Die bereinigte Hazard Ratio von 4,53 bedeutet vereinfacht, dass eines dieser Ereignisse zu einem jeweiligen Zeitpunkt der Nachbeobachtung rund 4,5-mal so wahrscheinlich war wie in der Vergleichsgruppe ohne Kunststoffnachweis. Konkret erlitten in der Gruppe mit Kunststoffnachweis 30 von 150 Patienten (20,0 %) ein solches schweres Ereignis. In der Gruppe ohne nachweisbare Partikel waren es lediglich 8 von 107 Patienten (7,5 %) – die absolute Rate war bei Patienten mit Plastik in den Gefäßen also rund 2,7-mal so hoch. Auch nach statistischer Bereinigung um Begleitfaktoren wie Alter, Bluthochdruck oder Diabetes blieb dieser Zusammenhang voll bestehen.
Zwar handelte es sich bei den Teilnehmern um vorerkrankte Gefäßpatienten und die Untersuchung ermittelte nicht den konkreten Aufnahmeweg (ob über Getränke, Lebensmittel oder die Atemluft). Dennoch gilt die Marfella-Studie in der Wissenschaft als einer der bislang stärksten klinischen Belege dafür, dass sich Mikro- und Nanoplastik im menschlichen Gewebe anlagern und ernsthafte Gefäßerkrankungen begünstigen kann.
Nanoplastik wurde auch im menschlichen Gehirn gefunden
Für weltweites Aufsehen sorgte eine 2025 in Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung an Gewebeproben verstorbener Personen: In Gehirnproben wiesen die Forscher überwiegend ultrafeines Nanoplastik im Bereich von 0,2 bis 1 Mikrometer nach. Die gemessenen Konzentrationen lagen im Gehirn 7- bis 30-mal höher als in Leber und Nieren – mit den höchsten Werten bei verstorbenen Demenzpatienten.
Dass Nanoplastik im Gehirn keineswegs harmlos bleibt, belegen neuere neurobiologische Forschungen (u.a. eine vom US-amerikanischen National Institutes of Health, NIH, hervorgehobene Studie in Science Advances): Aufgrund ihrer extremen Winzigkeit können Nanopartikel die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Im Nervengewebe binden sie sich an das neuronale Protein Alpha-Synuclein und stören dessen natürlichen Abbau. Dies kurbelt die Bildung toxischer Eiweißverklumpungen (Fibrillen) an – ein zentraler Schadmechanismus, der für die Entstehung von Parkinson und bestimmten Demenzformen typisch ist. In betroffenen Regionen wie der Substantia nigra führt dies zum Absterben von Neuronen und zu Störungen der Bewegungssteuerung.
Zwar mahnen Fachbehörden wie das BfR in einer Stellungnahme, dass bei reinen Massenberechnungen im Hirngewebe Störsignale durch körpereigene Fette auftreten können. Die qualitative Aufnahme von Nanoplastik in Nervenzellen und dessen toxisches Potenzial sind jedoch experimentell belegt. Da gesetzliche Grenzwerte für Nanoplastik im Trinkwasser bislang fehlen, rät die Wissenschaft zum Vorsorgeprinzip: Wer die tägliche Aufnahme über das Trinkwasser minimiert, schützt Gefäße und Nervensystem vor schleichender Anreicherung.
Mikroplastik in PET und Glas: Sind Glasflaschen stärker belastet?
Dass Kunststoffpartikel im menschlichen Körper landen können, macht die Frage nach einer sauberen Verpackung umso dringlicher. Doch für viele Verbraucher ist es eine ernüchternde Erkenntnis: Glasflaschen garantieren keineswegs mikroplastikfreies Wasser. In einer viel beachteten Mineralwasserstudie von Barbara Oßmann und ihrem Team (Universität Erlangen-Nürnberg / LGL, 2018) wiesen die untersuchten Glasflaschen im Durchschnitt sogar die höchste Partikelkonzentration auf. Das Team analysierte 32 Mineralwasserproben von 21 Marken aus dem bayerischen Handel. Ein laserbasiertes Verfahren erfasste Kunststoffteilchen ab etwa einem Mikrometer Größe – also ab einem Tausendstel Millimeter.
Das Ergebnis im Vergleich: Im Durchschnitt enthielten die untersuchten Glasflaschen rund 6.300 Mikroplastikpartikel pro Liter, Mehrweg-PET-Flaschen rund 4.900 Partikel/L und Einweg-PET-Flaschen rund 2.600 Partikel/L.
Allerdings gab es bei Glas einen extremen Ausreißer: In einer einzelnen Mehrweg-Glasflasche wurden hochgerechnet sage und schreibe 35.400 Partikel pro Liter gemessen. Dieser Spitzenwert zog den Gesamtdurchschnitt der Glasgruppe spürbar nach oben. Rechnet man diesen Höchstwert heraus, lag der Schnitt der übrigen Glasflaschen bei rund 3.100 Partikeln/L – und damit unter Mehrweg-PET, aber immer noch über Einweg-PET. Die zentrale Botschaft für den Alltag: Glas schützt nicht automatisch vor Mikroplastik; die Belastung unterscheidet sich stark zwischen einzelnen Marken und Wässern.
Deutsche Studien zu Mikroplastik im Flaschenwasser im Vergleich
Zwei wegweisende deutsche Forschungsarbeiten haben das Thema Mikroplastik im Mineralwasser genau unter die Lupe genommen: die Untersuchungen von Barbara Oßmann (Universität Erlangen-Nürnberg und Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL) sowie die Arbeiten von Dr. Darena Schymanski (Universität Münster und CVUA Münsterland-Emscher-Lippe). Beide Forschungsgruppen belegen unabhängig voneinander, wie stark einzelne Wässer belastet sein können – und warum die gemessenen Zahlen stark von der Verpackungsart und der Messmethode abhängen.
Oßmann: Höchstwerte in PET- und Glasflaschen
| Verpackung | Max. Partikel/L |
|---|---|
| Einweg-PET | 9.300 |
| Mehrweg-PET | 16.600 |
| Einweg-Glas | 2.300 |
| Mehrweg-Glas | 35.400 |
Quelle: Oßmann, Ergänzungsdaten zur Studie von 2018, Abbildungen S5–S7. Höchste Einzelprobe je Verpackung, auf Hunderter gerundet. Untersucht wurden zehn Einweg-PET-, zwölf Mehrweg-PET-, neun Mehrweg-Glasflaschen und eine Einweg-Glasflasche. Die Analyse erfasste Partikel ab etwa 1 Mikrometer.
Schymanski: Höchstwerte aus zwei Messreihen
| Verpackung | Messreihe | Partikel/L |
|---|---|---|
| Einweg-PET | Erweitert | 148 |
| Mehrweg-PET | Erweitert | 27.574 |
| Glas | Erste | 156 |
| Getränkekarton | Erste | 20 |
Je Verpackung ist der höchste berichtete Mittelwert eines untersuchten Wassers angegeben. Quellen: erste Studie von 2018 mit Ergänzungsabbildung S5 und erweiterte Messreihe, zusammengefasst 2023.
Die erste Messreihe von Schymanski erfasste zunächst nur Partikel ab etwa 5 Mikrometern in Kunststoffflaschen, Glasflaschen und Getränkekartons. In einer erweiterten Untersuchung verfeinerte das Team die Methodik für Einweg- und Mehrweg-PET drastisch und setzte Laborfilter mit einer Porengröße von nur 0,8 Mikrometern ein. Das Resultat war verblüffend: Plötzlich wurden zehntausende zusätzliche Teilchen sichtbar – rund 75 % der gefundenen Partikel waren winzig klein (zwischen 1 und 6 Mikrometer groß). Auffällig war auch hier: Während Einweg-PET sehr geringe Werte aufwies, erreichte ein Mehrweg-PET-Wasser einen Spitzenmittelwert von über 27.500 Partikeln pro Liter.
Warum blieben Schymanskis Einweg-PET-Werte dennoch deutlich unter Oßmanns Durchschnitt? Unterschiedliche Mineralwassermarken, Abfüllbetriebe und Analyseverfahren führen in der Praxis zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Zudem zeigt die Forschung: Die Belastung ist nicht in jeder Flasche gleich – Faktoren wie das Alter von Mehrwegflaschen, die Reinigung und die jeweilige Abfüllcharge spielen eine entscheidende Rolle.
Für die Gesamtzahl der Kunststoffteilchen fehlt in diesen deutschen Messreihen noch ein wesentlicher Bereich: Nanoplastik unter einem Mikrometer. Wie gewaltig diese winzigen Partikel ins Gewicht fallen, bewies eine bahnbrechende US-Untersuchung.
Nanoplastik im Flaschenwasser: Bis zu 370.000 Partikel / Liter!
Die 2024 in PNAS veröffentlichte Studie eines Teams der Columbia University um Naixin Qian eröffnete eine völlig neue Dimension der Analytik. Mithilfe modernster Lasermikroskopie konnten die Forscher einzelne Partikel bis hinab zu etwa 100 Nanometern zählen. Zum besseren Verständnis: Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter – 1.000 Nanometer ergeben einen einzigen Mikrometer. In Flaschenwasser aus dem US-Handel fand das Team durchschnittlich sage und schreibe 240.000 Mikro- und Nanoplastikpartikel pro Liter – der gemessene Maximalwert lag sogar bei erschreckenden 370.000 Partikeln/L (die Spanne reichte von 110.000 bis 370.000). Etwa 90 % davon waren Nanoplastik, also kleiner als ein Mikrometer.
Dieser hochpräzise Blick erklärt, warum die US-Zahlen den deutschen Befunden keineswegs widersprechen: Die deutschen Messungen machten schlichtweg an einer Größengrenze halt, unter der sich der weitaus größte Teil der Partikel verbirgt. Wer nur größere Partikel zählt, übersieht den unsichtbaren ‚Plastikstaub‘. Eine scheinbar niedrige Mikroplastikzahl garantiert daher noch lange kein partikelfreies Wasser. Wie viele Nanopartikel sich in deutschen Mineralwässern befinden, wird Gegenstand künftiger Messungen sein.
Wie gelangen Mikro- und Nanoplastik in Glasflaschen?
Dass Kunststoffflaschen Partikel an ihren Inhalt abgeben können, leuchtet den meisten Menschen ein. Doch Glas besteht aus natürlichem Quarzsand, Kalk und Soda – es enthält von Natur aus keinerlei Kunststoffe. Woher stammen also die zehntausenden Partikel, die Forscher in Glasflaschen gefunden haben? Die wissenschaftliche Spurensuche zeigt: Nicht das Glas selbst ist das Problem, sondern das industrielle Umfeld aus Mehrweg-Reinigungsprozessen, Verschlüssen und Abfüllanlagen.
Ein zentraler Kritikpunkt, den insbesondere die Forschung von Dr. Darena Schymanski (Universität Münster / CVUA) in den Fokus rückte, ist die industrielle Reinigung von Mehrwegflaschen. Bevor eine Mehrwegflasche neu befüllt wird, durchläuft sie gigantische Reinigungsmaschinen. Um alte Etiketten, Leimreste und Verschmutzungen gründlich abzulösen, werden die Flaschen mit heißen Reinigungslaugen gespült. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des Umweltschutzes wird diese Waschlauge in den Betrieben jedoch im Kreislauf geführt und mehrfach wiederverwendet.
Im Dauerbetrieb können sich in diesen Laugenbädern winzige Partikel anreichern – etwa aus zersetzten Kunststoffetiketten, Leimen, Dichtungsresten alter Verschlüsse oder feinstem Kunststoffabrieb von Transportkisten. Ist die Filtration dieser Waschlauge im Betrieb nicht fein genug, können sich die gelösten Mikroplastikpartikel beim Spülvorgang auf den Flascheninnenwänden absetzen. Hinzu kommt die enorme mechanische Reibung: Mehrwegflaschen stoßen in den Anlagen und auf Förderbändern tausendfach aneinander, was winzige Schwebeteilchen in der Abfüllhalle freisetzen kann.
Die zweite große Eintragsquelle sind die Flaschenverschlüsse. Eine französische Studie der Lebensmittelbehörde ANSES aus dem Jahr 2025 untersuchte Wasser, Erfrischungsgetränke, Bier und Wein. Bei vielen Getränken wiesen Glasflaschen mehr Mikroplastik auf als Kunststoffflaschen. Auffällig war: Farbe und Material zahlloser gefundener Partikel passten exakt zur äußeren Lackierung von Metallverschlüssen (wie Kronkorken oder Schraubverschlüssen aus Blech). Beim maschinellen Aufpressen oder Aufdrehen schaben sich mikroskopische Lacksplitter ab und fallen direkt ins Getränk. Reinigte das Team die Kronkorken vorab gründlich, sank die Partikelzahl drastisch.
Doch nicht jede Glasflasche hat einen Metallverschluss. Viele moderne Mineralwässer in Glas und praktisch alle PET-Mehrwegflaschen nutzen heute Schraubverschlüsse aus Kunststoff (meist Polyethylen oder Polypropylen). Hier entsteht das Mikroplastik durch mechanischen Gewindeabrieb: Sowohl beim maschinellen Verschließen in der Abfüllanlage als auch bei jedem Öffnen und Zudrehen durch den Verbraucher reiben Plastikdeckel und Flaschenhals aneinander, wodurch mikroskopisch feine Kunststoffspäne ins Wasser rieseln.
Das Fazit für Verbraucher: Glasflaschen garantieren keineswegs plastikfreies Wasser. Das Wasser kommt während des gesamten Mehrwegkreislaufs – von der Waschlauge über Transportkisten bis zum Deckel – unvermeidbar mit Kunststoffen in Berührung.
Mikroplastik aus PET-Flaschen: Warum Hitze und Lagerung eine Rolle spielen
Nicht nur bei der Abfüllung, auch beim alltäglichen Umgang mit Flaschenwasser entscheidet sich, wie viele Partikel im Glas landen. Eine Studie von 2026 in Water Research untersuchte acht Wassermarken in Einweg-PET unter realitätsnahen Belastungen: Wurden die Flaschen auf 60 °C erwärmt und gleichzeitig mechanisch bewegt, stieg die Konzentration winziger Nanopartikel auf das Neunfache an. Auch wiederholte Temperaturwechsel kurbelten die Partikelfreisetzung spürbar an. Die chemische Analyse bestätigte, dass die Teilchen aus der Flaschenwand und dem Verschluss stammten.
Diese Laborversuche bilden typische Alltagssituationen nach – etwa wenn ein Wasserkasten im Sommer im heißen Kofferraum vergessen wird oder in der Sonne steht. Die praktische Empfehlung für den Alltag lautet daher: Flaschenwasser stets kühl lagern und nicht in aufgeheizten Fahrzeugen liegen lassen. Je weniger Hitze und Bewegung auf das Plastik einwirken, desto geringer ist die Freisetzung von Nanoplastik.

Auch Leitungswasser hat ein Mikro- & Nanoplastikproblem
Auch Leitungswasser ist nicht frei von Mikroplastik und nanoskaligen Partikeln. Eine im August 2026 veröffentlichte Untersuchung aus Sachsen-Anhalt analysierte Leitungswasser mit einer Kaskadenfiltration bis in den Nanometerbereich. Im untersuchten Leitungswasser wurden im Mittel rund 84 Mikropartikel pro Liter erfasst; bei der chemischen Analyse konnten unter anderem PET und Polypropylen (PP) als Kunststoffe identifiziert werden. Zusätzlich fanden die Forschenden zahlreiche nanoskalige Partikel mit einer mittleren Größe von nur 0,34 Mikrometern. Da die verwendete Raman-Spektroskopie bei dieser geringen Größe jedoch an ihre Auflösungsgrenze stieß, konnte bei diesen Nanopartikeln nicht zweifelsfrei bestätigt werden, welcher Anteil tatsächlich aus Kunststoff bestand.
Dass Nanoplastik tatsächlich auch in aufbereitetem Trinkwasser vorkommt, zeigt eine weitere US-Studie aus dem Jahr 2026, die vier Wasserwerke am Eriesee mit hochauflösender Elektronenmikroskopie und OPTIR-Spektroskopie untersuchte. Im fertigen Trinkwasser fanden die Wissenschaftler zwischen 0,8 und 3,7 Millionen Mikro- und Nanoplastikpartikel pro Liter, im Durchschnitt rund 2,0 Millionen Partikel pro Liter. 47 bis 70 Prozent der gemessenen Partikel lagen im Nanoplastikbereich unter einem Mikrometer. Die hohe Partikelzahl erklärt sich vor allem dadurch, dass die verwendeten Verfahren Partikel bis etwa 300 Nanometer erfassen und Kunststoffe ab etwa 500 Nanometern chemisch identifizieren konnten – Größenbereiche, die in vielen älteren Trinkwasserstudien gar nicht untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigen damit: Auch aufbereitetes Leitungswasser kann erhebliche Mengen sehr kleiner Kunststoffpartikel enthalten, wobei sich die konkreten Werte aufgrund unterschiedlicher Wasserquellen und Messmethoden nicht ohne Weiteres auf deutsches Leitungswasser übertragen lassen.
Mikro- und Nanoplastik filtern: Umkehrosmose als Alternative
Wer sein Wasser zu Hause frisch zapft, umgeht das gesamte Flaschen- und Abfüllsystem: keine industriellen Waschlaugen, kein mechanischer Abrieb von Deckeln oder Kronkorken und keine hitzebedingte Partikelfreisetzung. Welche Stoffe im Leitungswasser vorkommen können und worauf es bei der Aufbereitung ankommt, erklärt unser Beitrag zur Trinkwasserqualität in Deutschland.
Die Umkehrosmose gilt wissenschaftlich als eine der wirksamsten Methoden, um Mikro- und Nanoplastik extrem effektiv zurückzuhalten, wie unter anderem eine Übersichtsarbeit zu Membranverfahren von 2025 belegt. Das Leitungswasser wird dabei mit Druck durch eine extrem feinporige Membran gepresst. Neben Kunststoffpartikeln scheidet das Verfahren auch PFAS, Schwermetalle, Medikamentenrückstände, Nitrat und Kalk zuverlässig ab.
Unsere WellBlue Osmoseanlagen sind für ihre kompromisslose Filtrationsleistung auch in Kliniken und Praxen geschätzt. Sie halten Partikel bis zu einer mikroskopischen Größe von circa 0,1 Nanometer zurück. Das bedeutet: Sowohl Mikroplastik (ab 1.000 nm) als auch ultrafeines Nanoplastik (ab 1 nm) werden durch die dichte Membran zuverlässig gefiltert.
Auch wer gerne Sprudel trinkt, braucht dafür keine Getränkekisten mehr zu schleppen: Bei unseren Osmoseanlagen mit integrierter Sprudelfunktion wird das frisch gefilterte Wasser direkt auf Knopfdruck mit Kohlensäure versetzt. Je nach Modell liefert das System zudem eisgekühltes Wasser, raumtemperiertes Wasser oder kochendes Wasser für Tee und Kaffee.
Fazit: Glasflaschen garantieren kein mikroplastikfreies Wasser
Die aktuellen Studien entzaubern den Mythos, dass Glasflaschen automatisch frei von Plastik sind. Nicht das Glas selbst ist die Ursache, sondern das industrielle Mehrwegsystem: Mehrfach genutzte Reinigungslaugen, mechanische Belastung in Waschanlagen sowie der Lack- und Gewindeabrieb von Verschlüssen tragen Mikroplastik ins Mineralwasser ein. Neueste US-Analysen belegen zudem, dass rund 90 % der tatsächlichen Belastung im winzigen Nanobereich liegen.
Sie möchten auf Nummer sicher gehen, Plastikpartikel im Alltag konsequent vermeiden und Ihr Trinkwasser stets frisch und rein genießen? Entdecken Sie unsere zertifizierten WellBlue Osmoseanlagen. Wir helfen Ihnen gern, die perfekte Anlage für Ihre Küche und Ihre individuellen Trinkgewohnheiten zu finden.
