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Hierzulande reicht eine Drehung am Wasserhahn und schon läuft frisches Wasser aus der Leitung. Dennoch sieht man häufig, wie sich viele die Mühe machen, literweise Wasser und andere Erfrischungsgetränke in Flaschen und Kästen für viel Geld zu kaufen und nachhause zu schleppen. Woran liegt das? Ist Leitungswasser besser als Mineralwasser? In unserem großen Mineralwasser vs Leitungswasser Vergleich testen wir Mineralwasser und Leitungswasser hinsichtlich der Aspekte Preis, Umwelt, Kontrollen, Inhaltsstoffe, Grenzwerte und Schadstoffe, werfen einen Blick in die Mineral- und Tafelwasserverordnung und ziehen dann ein abschließendes Fazit zur Fragestellung: Flaschenwasser oder Leitungswasser?

Leitungswasser statt Mineralwasser? Der Vergleich!

Ist Leitungswasser besser als Mineralwasser und wodurch unterscheiden Leitungswasser und Mineralwasser sich? Die Bezeichnung Mineralwasser ist ein eingetragener Begriff für Wasser aus sehr tiefen und geschützten Quellen. Leitungswasser wird vor allem aus oberflächennahem Grundwasser sowie Wasser aus Talsperren und Flüssen gewonnen. Bei Leitungswasser fließt einiges an Aufwand in die Aufbereitung und stetige Kontrolle, während Mineralwasser mehr oder weniger unbehandelt abgefüllt wird. Was das im Detail für die Qualität der einzelnen Wasserarten und für uns als Verbraucher bedeutet, schauen wir uns in unserem Leitungswasser vs Flaschenwasser Vergleich jetzt im Detail an.

Mineralwasser vs. Leitungswasser: Junge Frau mit Flasche und Glas in der Hand

Leitungswasser vs Mineralwasser: Preis

Der Leitungswasser versus Mineralwasser Preis-Vergleich ist schnell beantwortet: Leitungswasser ist deutlich günstiger. Laut Umweltbundesamt liegt der Preis von einem Liter Trinkwasser im Schnitt bei 0,2 Cent. Das günstigste Mineralwasser beim Discounter bekommt man für 13 Cent. Der Trinkwasserpreis ist gesetzlich vorgeschrieben und muss sich aus den tatsächlichen Kosten berechnen, die beim Wasserversorger durch die Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers sowie die Aufrechterhaltung der Infrastruktur oder den Gewässerschutz entstehen. Wer auf den Preis achtet, trinkt eher Leitungswasser statt Mineralwasser, denn hinsichtlich des Vergleichs Leitungswasser vs Mineralwasser-Preis, ist Leitungswasser besser als Mineralwasser.

Mineralwasser vs Leitungswasser: Umwelt

Für Forscher des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg ist die Frage „Leitungswasser vs gekauftes Wasser“ eindeutig zu beantworten. Die Treibhausgasemissionen, die durch einen Liter Leitungswasser entstehen, betragen weniger als zehn Prozent der Menge, die für eine Ein-Liter-PET-Mehrwegflasche freigesetzt wird. Auch die Verbraucherzentrale gibt bezüglich der Fragestellung zu bedenken, dass die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland im Schnitt 600-mal höher sei als durch Leitungswasser. Nicht zuletzt sei das darauf zurückzuführen, dass jährlich rund 1,1 Milliarden Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert werden. Keine gute Klimabilanz für das teuer eingekaufte Mineralwasser.

Obwohl auch das Trinkwasser eine aufwändige Aufbereitung durchlaufen und dabei teilweise auch chemisch desinfiziert werden muss, ist die Öko-Bilanz eindeutig: Mineralwasser belastet verglichen mit Trinkwasser die Umwelt stärker und ist damit der Verlierer in unserem Vergleich Mineralwasser vs Leitungswasser.

Denn durch die Verpackung, den Abfall und die Transportwege, die Flaschenwasser zurücklegt, ist die Umweltbelastung deutlich höher. Auch Glas-Mehrwegflaschen sind nicht unbedingt besser als Plastik-PET-Flaschen. Entscheidend ist dabei, wie stark regionale Vertriebsstrukturen genutzt werden: Lokal fällt die Öko-Bilanz für Glasflaschen besser aus, bei längeren Wegen stellen PET-Mehrwegflaschen eine geringere Belastung da. Bezüglich unserer Frage Mineralwasser vs Leitungswasser können wir festhalten: Wer auf die Umwelt achtet, trinkt eher Leitungswasser statt Mineralwasser.

Leitungswasser vs Mineralwasser: Inhaltsstoffe

Das Thema Mineralstoffe lässt sich bei unserem großen „Leitungswasser vs gekauftes Wasser“-Vergleich am schwersten beantworten. Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Natrium, Kalium oder Sulfat sind für den menschlichen Organismus essenziell. Magnesium und Kalzium regulieren bspw. lebenswichtige Stoffwechselvorgänge im Bereich unserer Muskel- und Nervenfunktionen.

Dabei wird unserem Wasser als Mineralstoffquelle zu viel Bedeutung zugestanden. Denn „Mineralstoffe werden überwiegend mit festen Nahrungsmitteln aufgenommen“, sagt auch Helmut Heseker, 2010 bis 2016 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE e.V.) und Professor i.R. des Paderborner Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit. Wer auf seine Mineralstoffversorgung achtet, sollte am besten zu Vollkornprodukten greifen, da diese einen hohen Anteil an Mineralstoffen vorweisen.

Der Mineralstoffgehalt unseres Trinkwassers variiert sehr stark. Eine Studie des Kompetenzzentrum Mineral- und Heilwasser (KMH), das dem Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz-Universität Hannover angehört, stellt in ihrer Studie fest, dass der Mineraliengehalt der getesteten Wässer stark variierte und bspw. nicht jedes Mineralwasser reich an Mineralien ist, wohingegen auch Leitungswasser einen hohen Anteil an Mineralstoffen vorweisen konnte.

Die Frage, ob Leitungswasser besser als Mineralwasser ist, kann hier nicht eindeutig beantwortet werden, tendenziell hat Mineralwasser hier aufgrund der Herkunft die Nase leicht vorne. Neben den gesundheitsförderlichen Mineralstoffen kann Wasser aber auch gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Welche das sind schauen wir uns jetzt an.

Hand mit Flasche Wasser in der Hand streckt Flasche in den blauen Himmer

Mineralwasser vs Leitungswasser: Grenzwerte & Schadstoffe

Schadstoffe wie Nitrat, Pestizide, Arzneimittelrückstände, giftige Chemikalien oder Mikroplastik gelangen über private Haushalte oder die Industrie in unsere Umwelt und damit auch in unser Wasser.

  • Nitrat kommt in der Landwirtschaft als Dünger zum Einsatz und sickert u.a. durch die Böden ins Grundwasser. Konsumieren wir Nitrat kann dieses von unserem Körper in Nitrit umgewandelt werden, wobei krebserzeugende Nitrosamine entstehen können.
  • Pestizide werden ebenfalls in der Landwirtschaft eingesetzt und schützen Pflanzen vor Schädlingen. Selbst 20 Jahre nach dem Verbot gewisser für den Menschen besonders schädlicher Insektengifte, sind diese immer noch in Spuren nachweisbar.
  • Arzneimittelrückstände von bspw. Schmerz- und Röntgenkontrastmitteln oder Antibiotika aus der Massentierhaltung sind bereits jetzt ein großes Thema in der Wasseraufbereitung, denn unsere Kläranlagen sind nicht dazu in der Lage Medikamentenrückstände vollständig herauszufiltern. Aufgrund des demografischen Wandels, der mit einer steigenden Alterung unserer Gesellschaft und einem zunehmenden Bedarf von Medikamenten einhergeht, wird dieses Thema perspektivisch weiter an Priorität gewinnen.
  • Chemikalien aus Pflegeprodukten, Reinigungsmitteln oder Weichmachern gelangen sowohl über private Haushalte als auch über die Industrie in großen Mengen in unser Grundwasser und verunreinigen dies.

Von Kontaminationen mit diesen Schadstoffen kann sowohl Mineral- als auch Leitungswasser betroffen sein. Selbst in tiefen Mineralbrunnen wurden bereits diese vom Menschen in die Umwelt eingebrachten Schadstoffe nachgewiesen. Doch abgesehen von solchen künstlich erzeugten Schadstoffen kann sowohl Mineral- als auch Leitungswasser auch durch in der Natur vorkommende Schadstoffe belastet sein. Solche Schadstoffe sind bspw. Arsen, Bor oder Uran. Dennoch: Insgesamt sind in den allermeisten Proben keine oder nur sehr geringen Mengen an Schadstoffen sowohl in unserem Mineral- als auch Leitungswasser nachweisbar. Bei der Fragestellung Leitungswasser vs Flaschenwasser kam die Stiftung Warentest in ihrer letzten Trinkwasserstudie zu dem Ergebnis, dass Leitungswasser nach wie vor das am besten kontrolliere Lebensmittel sei:

„Unsere Stich­probe zeigt: Hahn aufdrehen und trinken – das ist nicht nur preis­wert und ökologisch, sondern auch sicher. Egal aus welchem Werk das Wasser kommt, ob auf dem Land oder in der Stadt, ob es aus Grund­wasser oder aus Flüssen und Seen gewonnen wird – es hält die Vorgaben der Trink­wasser­ver­ordnung ein.“
Stiftung Warentest: Trinkwasser im Test

Doch was regeln die TrinkwV und die Mineral- und Tafelwasserverordnung und was regeln sie vielleicht nicht? Gibt es Belastungen durch bedenkliche Stoffe, die in den Verordnungen nicht oder unterschiedlich berücksichtigt werden?

Leitungswasser vs Mineralwasser: Kontrollen

Wo liegen die Trinkwasser-Grenzwerte für die einzelnen Schadstoffe? Die Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (kurz: Mineral- und Tafelwasser-Verordnung), die die Qualität unseres (üblicherweise in Flaschen erhältliches) Mineralwassers festschreibt, ist in einigen Punkten weniger streng als die Trinkwasserverordnung (kurz: TrinkwV), die die Qualität unseres Trinkwassers aus der Leitung regelt.

Trinkwasser wird gesetzlich strenger reglementiert als Mineralwasser. Bei Mineralwasser sind die Hersteller dazu verpflichtet, 17 Schadstoffhöchstwerte einzuhalten, wohingegen es beim Leitungswasser für 30 gesundheitsgefährdende Stoffe Auflagen gibt, die kommunalen Trinkwasserversorger einhalten müssen.

Laut TrinkwV darf Trinkwasser höchstens 10 Mikrogramm Uran pro Liter beinhalten, während die die Mineral- und Tafelwasserverordnung keinen Uran-Grenzwert vorschreibt. Ebenso sucht man in der Mineral- und Tafelwasserverordnung für schädliche organische Chlorverbindungen, Fungizide und Herbizide sowie PAKs bei Mineralwässern vergeblich nach Grenzwerten. Was Grenzwerte im Bereich Mikroplastik betrifft, so fehlen diese in beiden Verordnungen. Für unseren Test Mineralwasser vs Leitungswasser können wir also festhalten: Wer auf eine strenge Kontrolle seines Trinkwassers achtet, würde eher Leitungswasser statt Mineralwasser trinken, da die Lebensmittelkontrolle bei Leitungswasser strenger ist.

Fazit: Mineralwasser vs Leitungswasser

In unserem großen Leitungswasser vs Flaschenwasser Vergleich haben wir die Frage gestellt: ist Leitungswasser besser als Mineralwasser? Das Fazit fällt wie folgt aus: Leitungswasser ist nach wie vor das am strengsten kontrollierte Lebensmittel und wird in puncto Qualität strenger reglementiert als Mineralwasser. Ihren täglichen Mineralstoffbedarf wird wohl keiner der beiden Wässer decken können, wie wir nun wissen, brauchen sie das auch nicht. Denn der tägliche Mineralstoffbedarf sollte bei einer gesunden Ernährungsweise durch feste Nahrung ausreichend gedeckt sein. Welchen Vorteil hat Mineralwasser denn nun vor Leitungswasser? Der Umweltaspekt ist es wohl nicht. Denn für die Umwelt stellt in Flaschen abgefülltes Wasser eine hohe und in Deutschland unnötige Belastung dar, die durch den Konsum von Leitungswasser entfällt.

Die Frage „Leitungswasser vs stilles Mineralwasser“ hat sich für uns damit eindeutig beantwortet. Leitungswasser ist unser Gewinner. Nichtsdestotrotz ist darauf hinzuweisen, dass selbst das am strengsten kontrollierte Lebensmittel Schad- und Begleitstoffe enthält, für die es aktuell noch keine Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung gibt. Für 100 % sauberes Trinkwasser, empfehlen wir die Aufbereitung Ihres Leitungswassers durch eine Umkehrosmoseanlage. Diese filtert nicht nur Schad- und Begleitstoffe, auch Kalk, Mikroplastik und Medikamentenrückstände werden restlos aus Ihrem Leitungswasser entfernt. Und auch für Kohlensäureliebhaber bieten Osmose-Tischgeräte Funktionen, um Ihr Wasser aufzusprudeln oder auszukochen.

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